Preetz: Schüler stellen selbständig eine Berufsmesse auf die Beine

Die Schüler des Projektkurses sorgten auch für das leibliche Wohl der Messebesucher
Dachdecker-Auszubildender im 3. Lehrjahr, Torge Jensen, zeigt den Schülern wie man Schiefer schlägt
Am Info-Stand der Friseur Klinck GmbH konnten die Schüler ihre praktischen Fähigkeiten ausprobieren
Sie haben ein halbes Jahr lang die Ausbildungsmesse vorbereitet: Schüler des Projektkurses mit ihrem Lehrer, Joachim Brunkhorst

Schon früh morgens herrschte am 23. Januar in der Mensa des Friedrich-Schiller-Gymnasiums (FSG) in Preetz ein ungewöhnlich großer Andrang. Der eine oder andere jugendliche Besucher mochte vom zu dieser Jahreszeit ungewöhnlichen Duft der Grillwürstchen angezogen sein, doch die meisten der über 600 Schüler wollten die Chance nutzen, sich über Ausbildungsberufe zu informieren und mit Betrieben aus Preetz und Umgebung direkt ins Gespräch zu kommen.

 

Einzigartig in Preetz: Die Ausbildungsmesse wurde selbständig von Schülern für Schüler organisiert. Unter der Leitung ihres Lehrers Joachim Brunkhorst haben 19 Schüler des 13. Jahrgangs ein halbes Jahr lang im Projektkurs die Ausbildungsmesse von A bis Z geplant. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Für einen Tag schufen sie in der Aula, im Foyer und in der „Schilleria“ (Cafeteria) eine lebendige und informative Messeatmosphäre, die den Schülern einerseits eine Menge an Informationsmöglichkeiten über die Betriebe in Preetz und Umland bot und darüber hinaus Geschmack auf das machen sollte, was sie nach der Schule erwartet, nämlich auf einen Ausbildungsplatz in Handwerk oder Dienstleistung – bis hin zur Physiotherapie, die mit ihrer Schule an der Ostseeklinik Damp vertreten war.

 

„Am Anfang wussten wir überhaupt nicht, wie man so was organisiert", gesteht Julian Kneidl, der selbst nach dem Abi eine Filmhochschule besuchen möchte. „Zuerst haben wir uns über Betriebe und Berufe in der Region informiert. Dann mussten das richtige Anschreiben, ein ansprechender Flyer und ein Plakat entwickelt und gedruckt sowie Sponsoren gefunden werden. Rund 80 Betriebe aus Preetz haben wir angesprochen, 16 davon haben zugesagt. Schließlich musste auch der genaue Raumplan für die Aussteller gemacht werden.“ Obgleich die Messe sich primär an Absolventinnen und Absolventen der Haupt- und Realschulen wandte, werden sich auch die gastgebenden Gymnasiasten einige Anregungen für ihre spätere Berufswahl mitgenommen haben. „Aus meinem Kurs haben 4 schon einen Ausbildungsplatz und ungefähr ein Viertel wissen, was sie studieren wollen. Der Rest tappt noch im Dunkeln. Viele haben zu diesem Zeitpunkt vielleicht nur eine grobe Richtung oder wollen zuerst ein Jahr im Ausland verbringen", so der aufgeweckte Gymnasiast.

 

Gunnar Brix, WiPo- (Wirtschaft/Politik) und Sportlehrer an der Wilhelminenschule in Preetz, besuchte die Ausbildungsmesse mit seiner 8. Klasse. „In Preetz gab es bis jetzt nichts Vergleichbares. Die Schüler fahren sonst immer zu den großen Berufsmessen nach Kiel. Da hier aber viele kleinere Betriebe aus der Region angesprochen werden, ist diese Messe eine sinnvolle Ergänzung und keine Konkurrenz zur nordjob", ist Brix überzeugt.

 

Bei den 15 Ausstellern stieß die Einrichtung der ersten Berufsmesse in Preetz auf ein positives Echo. Torge Jensen, Auszubildender im 3. Lehrjahr beim Dachdecker-Betrieb Manfred Kodel, erzählte den Schülern auch von den steigenden Anforderungen in der Lehre. Der Hauptschulabschluss reicht da häufig nicht mehr aus. Auch im Handwerk wird zunehmend auf fachliche und soziale Kompetenzen bei Bewerbern geachtet. Das hören zwar die Schüler nicht selten von Lehrern oder Eltern. Aus dem Munde eines fast Gleichaltrigen kommt es aber doch ganz anders an.

 

Auch Uwe Hemens von der Wirtschafts-Förderungs-Agentur Kreis Plön besah sich die Ausbildungsmesse des FSG. Er hatte vor einem Dreivierteljahr die Anregung gegeben, kleinen und mittleren Betrieben, die nicht über eigene Rekrutierungsabteilungen verfügen, eine Möglichkeit zu geben, mit möglichst vielen potenziellen Auszubildenden in Kontakt zu treten. Im Verlauf der Messevorbereitung unterstützte er die Schüler entscheidend bei der Kostenplanung. „Es ist beeindruckend, dass die Schüler es geschafft haben, mit einem relativ schmalen Budget gut auszukommen", so Hemens.

 

von Olga Svenßon

 

Flyer 1

Flyer 2

 

Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen zur Organisation und Durchführung der Berufsmesse haben, können Sie sich direkt an den Koordinator Gymnasium/Wirtschaft, Joachim Brunkhorst, wenden:

 

Joachim Brunkhorst, Schule: 04342/ 714 92-0

E-Mail: Brunkhorst.SchuleWirtschaft(at)yahoo.de

 

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