Eine gelungene Betriebserkundung muss in gegenseitiger Absprache zwischen Schulen und Betrieben gut strukturiert werden. Nachfolgend möchten wir Ihnen einige Tipps bei der Abwicklung von Betriebserkundungen geben.
Bevor die Planung losgeht, muss überlegt werden welche Art der Betriebserkundung es sein soll.
Gesamterkundung: Die Klasse wird gemeinsam durch den Betriebs geführt: alle hören und sehen das gleiche. Organisatorisch ist dies die einfachste Form.
Bereichserkundung: Die Klasse wird in Gruppe aufgeteilt, und jede Gruppe erkundet einen bestimmten Bereich des Betriebes, z.B. die Produktion, das Büro, das Warenlager usw.
Aspekterkundung: Das ist die aufwendigste Form der Betriebserkundung. Dabei wird der Betrieb unter verschiedenen Aspekten „erforscht“, wie z.B. unter dem:
- wirtschaftlichen Aspekt (der Betrieb)
- Was wird produziert
- Für wen wird produziert
- Was kostet das Produkt?
- Wie entsteht der Preis
im Mittelpunkt stehen also: Produkte, Markt, regionale Situation, Organisationsstruktur der Firma, Kapital, Finanzierung, Branche.
- technologischen Aspekt (das Produkt und die Produktion)
- Wie wird produziert
- Was wird verarbeitet?
- Wie wird sich die Technik in dieser Branche in Zukunft verändern?
im Mittelpunkt stehen also: Materialien, Maschinen, Rationalisierung, Forschung, Qualitätskontrolle.
- berufskundlichen Aspekt (der Beruf, ein Tätigkeitsfeld)
- Welche Berufe gibt es in der Firma
- Welche Aufstiegsmöglichkeiten haben die Mitarbeiter
- Was wird getan, um diese Mitarbeiter höher zu qualifizieren
- Auf welche Veränderungen müssen sich die Arbeitnehmer in Zukunft einstellen
- Weshalb ist es so schwierig gute Lehrlinge zu bekommen?
im Mittelpunkt stehen also: Berufe im Betrieb, Lehrberufe, Tätigkeiten, Anforderungen, Qualifikationen, Arbeitsplätze und Standort.
- sozialen Aspekt (der Mensch als Arbeitnehmer im Betrieb)
- Wo wird produziert
- Wer produziert
- Warum sind die Produktionsstunden so teuer?
- Wie wird das Betriebsklima laufend verbessert?
im Mittelpunkt stehen also: Hierarchiestruktur, Zusammensetzung der Belegschaft nach verschiedenen Kriterien, Personalentwicklung, Lohnkosten, Kollektivvertrag, Arbeitsplatzgestaltung.
(Quelle: Berufsinformationszentrum der Wirtschaftskammer Tirol)
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Mit Hilfe der vorliegenden Checkliste für Lehrkräfte und Unternehmensvertreter kann überprüft werden, ob an alle wichtigen Fragen gedacht wurde.
- Welcher Inhalt oder Aspekt der betrieblichen Wirklichkeit ist Gegenstand der Betriebserkundung?
- Was sollen die Schüler/innen lernen?
- Müssen betriebliche Vorgaben beachtet werden:
- Altersbeschränkunge
- Sicherheitsbeschränkunge
- Persönlichkeitsschutz
- Mit welcher Gruppenstärke findet die Betriebserkundung statt?
- Wie viele Lehrer/innen begleiten die Schüler/innen?
- Welcher Zeitraum steht insgesamt zur Verfügung?
- Wie wird die Anfahrt organisiert?
- Wie werden die Schüler/innen auf die Betriebserkundung vorbereitet?
- Findet ein Vorbereitungsgespräch für Lehrkräfte im Betrieb statt
- Welche Informationsquellen stehen zur Verfügung?
- Welche Aufgaben übernehmen die Beteiligten (Schüler/innen, Lehrer/innen, Mitarbeiter/innen des Betriebs) zur Realisierung der geplanten Maßnahme?
- Wie können Jugendliche aktiv eingebunden werden?
- Wie werden die Ergebnisse präsentiert?
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Eine Betriebserkundung könnte ungefähr so ablaufen und sollte nie länger als 3,5-4 Stunden dauern:
Einzelne Schritte | Umsetzung |
Begrüßung der Schüler/innen | Kurze und allgemeine Vorstellung des Unternehmens, um den Jugendlichen ein Hintergrundwissen zu liefern. Diese Einleitung kann eventuell auch anhand eines Filmes, einer Powerpointpräsentation, oder anhand der Demonstrationen der Produkte erfolgen. |
Informationen über Sicherheitsvorkehrungen und Verhaltensregeln (falls notwendig) |
Betriebserkundung |
Offene Fragen beantworten |
Verabschiedung der Schüler/innen |
Die Phase der Nachbearbeitung ist für den Lernerfolg von großer Bedeutung. Erst in dieser Zeit lernen die Schüler/innen ihre Eindrücke zu interpretieren und daraus Zusammenhänge zu erkennen. Die Ergebnisse einer Erkundung können auf folgende Art und Weise nachbearbeitet werden:
- ein Steckbrief
- eine Powerpoint-Präsentation
- ein Bericht auf der Schulhomepage
- ein Bericht für die Schülerzeitung
- eine Wandzeitung
- Informationen im Wandschaukasten.
Wichtig ist es auch, dem "erkundeten" Betrieb für sein Engagement zu danken. Dies könnten die Schüler/innen z. B. mit einem Brief oder einem Artikel für die Mitarbeiter-Zeitschrift tun
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